
Wortschmiede: Natur verständlich machen
Ich zeige dir, wie du Natur in Reporting, Kommunikation und Entscheidungen integrierst, damit sie für dein Unternehmen steuerbarer wird.
Diese Info-Seite ist für Nachhaltigkeits-Experten, die sich mit Natur, Biodiversität und naturbezogenen Risiken befassen, um den unternehmerischen Erfolg langfristig zu sichern und eine naturpositive Wirtschaft für unsere Enkel aufzubauen.
Ich zeige dir in den drei Bereichen Kommunikation, Reporting und Management, wie du eine starke Nachhaltigkeit mit der Natur im Fokus in deinem Unternehmen aufbauen kannst.
Reporting: Natur messbar machen
Wie Daten und Reporting Natur verständlich und entscheidungsrelevant machen.
Management: Natur in Entscheide einbinden
Wie Natur in Management und Entscheide integriert werden kann.
1. Kommunikation: Natur klar kommunizieren
Worte sind wichtig. Worte wirken. Und Worte gehen alle etwas an. Wir reden und denken in Worten. Wer mit seinen Worten eine Wirkung erzeugen will, muss sich mit der Wortwahl auseinandersetzen. Denn nicht jedes Wort ruft die gleichen Assoziationen wach. Hier gilt es kleine Unterschiede zu beachten.
Warum ist Nachhaltigkeitskommunikation wichtig?
Nachhaltigkeitskommunikation ist wichtig, um Umweltprobleme zu lösen. Sie zeigt, wie wir Ressourcen schonen und dabei im Einklang mit der Natur leben können. Das ist wichtig für kommende Generationen.
Wenn wir verstehen, wie wir die Umwelt schützen, bewahren wir ihre Schönheit. Positive Kommunikation über Nachhaltigkeit hilft, eine Welt zu schaffen, in der unsere Kinder eine gesunde Umwelt erben.
Kurz gesagt: Nachhaltigkeitskommunikation zeigt uns, wie wir gemeinsam unsere Umwelt schützen können, ohne auf Freiheit und Fortschritt zu verzichten.
Welche Gesetze gilt es bei der Kommunikation zu beachten?
Naturkommunikation von Unternehmen wird streng reguliert, damit keine irreführenden Informationen an die Kunden gelangen.

Nutze die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus Psychologie, Hirnforschung und Linguistik, um das Gehirn zu verstehen und die Menschen zu beeinflussen.

Lasse die Wirkung der Wortwahl vorher testen. Durch Umfragen, Interviews und Textanalysen kannst du fundiert entscheiden, was wirklich wirkt.

Wähle die Wörter strategisch. Dies sichert langfristigen Erfolg und ermöglicht die Umsetzung der kommunikativen Ziele.

Worte im Denken
Hier findest du das kompakte Handbuch zur Wortwahl.

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Das kompakte Handbuch zur Wortwahl


Du willst Natur verständlich machen?
2. Reporting: Natur messbar machen
Viele sehen Naturverlust als Teil der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen. Zunehmend wird es jedoch zu einem finanziellen Risiko. Wenn Wälder verschwinden oder Flüsse verschmutzt werden, kostet das viel Geld.
Hier hilft die Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD). Sie schafft ein Rahmenwerk, um naturbezogene Risiken und Chancen zu bewerten und offenzulegen.
Steigende Relevanz des Natur-Reportings
Neben dem Klima wird Biodiversität für Unternehmen wichtiger. Das zeigen die steigenden Ansprüche von Regulatoren und Investoren:
- Das Global Biodiversity Framework von Kunming-Montreal fordert von Unternehmen ein Natur-Reporting (Ziel 15).
- Der Global Risks Report 2025 des Weltwirtschaftsforums (WEF) zeigt: Nach Extremwetter wird Naturverlust als zweitgrösstes langfristiges Risiko eingestuft.
- In den europäischen Standards (ESRS) wird auf die LEAP-Methode von TNFD verwiesen. LEAP bedeutet «Locate, Evaluate, Assess, Prepare» und ist eine Methodik, um naturbezogene Risiken und Chancen zu bewerten.
- Die TNFD ist für die IFRS-Nachhaltigkeitsstandards relevant.
Meine 4 Tipps für Natur-Reporting
- Einfach starten. Erste Schritte wie eine LEAP-Analyse bringen bereits viel. Das Natur-Reporting kann schrittweise ausgebaut werden.
- Tools nutzen. Es gibt hilfreiche Tools, um Natur-Risiken zu bewerten. Auch in der Lieferkette.
- Lokal denken, global handeln. Während CO₂ ein globales Phänomen ist, sind Biodiversitätsrisiken lokal. Risiken, Abhängigkeiten und Wirkungen variieren je nach Standort.
- Finanzielle Bedeutung mitdenken. Der Schritt zu finanziellen Kennzahlen für Naturrisiken ist herausfordernd. Auch ohne Zahlen im ersten Bericht lohnt sich frühes Nachdenken. Erste Ansätze bestehen über Schadenskosten bei Naturgefahren oder über Versicherungen.
Um mit dem Natur-Reporting zu starten, sind folgende Infos von Vorteil:
Woher bekomme ich zuverlässiges Wissen zur Natur?
Um zuverlässiges und aktuelles Wissen über die Natur zu erhalten, gibt es folgende Plattformen, die regelmässig den aktuellen Stand der Wissenschaft aufbereiten:
Wo finde ich Informationen zum Natur-Reporting?
Alle Informationen zum Natur-Reporting findest du auf der Internetseite von TNFD:
Wie integriere ich die TNFD-Standards in andere Reporting-Standards?
Mapping von TNFD zu anderen Standards
Wie kann ich einen Biodiversitäts-Fussabdruck meines Unternehmens berechnen?
Es gibt Möglichkeiten, die Einflüsse eines Unternehmens auf die Biodiversität abzuschätzen. Auch wenn die Methodik noch nicht so ausgereift und komplexer ist als die CO2-Bilanzierung, gibt es dennoch kostenfreie Lösungen, um einen Fussabdruck zu berechnen.
Wo finde ich Infos zu naturfreundlichem Verkehrssektor?
Der Verkehr zerschneidet die Lebensräume und tötet Tiere und verursacht genetische Verarmung bei vielen Tierarten. Darum ist der Verkehrssektor zentral für den Erhalt der Biodiversität.
Welche Gesetze muss ich beim Reporting beachten?
In der Schweiz gibt es seit dem 01.01.2022 die gesetzliche Pflicht zu einer Nachhaltigkeitsberichterstattung. Diese muss erstmals für das Geschäftsjahr 2023 angewendet werden.
Dieses Gesetz wurde als Gegenvorschlag zur Konzernverantwortungsinitiative (KVI-Gegenvorschlag) in das Obligationenrecht (OR) integriert. Dadurch sind Schweizer Unternehmen verpflichtet, auch über nicht-finanzielle Belange zu berichten.
Der nicht-finanzielle Bericht muss nicht extern überprüft werden, muss jedoch von der höchsten Verwaltungsstufe genehmigt werden, die auch die Jahresrechnung genehmigt.
Bei einer Verletzung der Berichtspflicht drohen bis zu CHF 100.000 Busse.
Klimabelange
Ab dem 01.01.2024 gilt auch eine Berichtspflicht über die Klimabelange. Diese muss auf das Geschäftsjahr 2024 angewendet werden und erstmalig im Jahr 2025 veröffentlicht werden. Dabei soll auf die TCFD-Standards zurückgegriffen werden. Ebenso gibt es die Pflicht, den Bericht maschinenlesbar zu machen (im XBRL-Format).
Wie erstelle ich eine Wesentlichkeitsanalyse?
Die Wesentlichkeitsanalyse ist ein Prozess, bei dem ein Unternehmen ermittelt, welche ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekte für die Stakeholder und die Organisation selbst am wichtigsten oder „wesentlich“ sind. Das Ziel ist es, die Themen zu identifizieren, die sowohl für das Unternehmen als auch für externe Interessengruppen von größter Bedeutung sind.
Hier sind Schritte, um eine Wesentlichkeitsanalyse erfolgreich umzusetzen:
- Stakeholder-Identifikation und -Einbindung: Identifiziere alle relevanten Stakeholder (Interessengruppen), die Einfluss auf das Unternehmen haben oder von diesem beeinflusst werden. Dies können Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten, Investoren, NGOs, lokale Gemeinschaften und andere sein. Sammle ihre Perspektiven und Erwartungen, entweder durch Interviews, Umfragen oder öffentliche Konsultationen.
- Identifikation von Nachhaltigkeitsthemen: Ermittele die relevanten Nachhaltigkeitsthemen, die sowohl für das Unternehmen als auch für die Stakeholder von Bedeutung sind. Dies kann Umweltauswirkungen, soziale Praktiken, ethische Geschäftspraktiken, Produktverantwortung und andere Aspekte umfassen. Berücksichtige dabei auch branchenspezifische Standards und Richtlinien.
- Bewertung der Wesentlichkeit: Bewertet die identifizierten Themen anhand ihrer Auswirkungen auf das Geschäft und ihrer Relevanz für die Stakeholder. Einige Unternehmen nutzen auch Tools wie Materiality Matrices, um die wesentlichen Themen visuell darzustellen und zu priorisieren.
- Integration in die Geschäftsstrategie: Integriere die identifizierten wesentlichen Themen in die Geschäftsstrategie des Unternehmens. Stelle sicher, dass diese Themen bei der Entscheidungsfindung, der Zielsetzung und der Berichterstattung berücksichtigt werden.
- Kommunikation und Berichterstattung: Kommuniziere die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse klar und transparent, insbesondere in Nachhaltigkeitsberichten. Dies fördert das Vertrauen bei den Stakeholdern und zeigt, dass das Unternehmen ihre Anliegen ernst nimmt.
- Regelmäßige Aktualisierung: Die Wesentlichkeitsanalyse sollte nicht als einmaliger Prozess betrachtet werden. Es ist wichtig, sie regelmäßig zu überprüfen und zu aktualisieren, um sicherzustellen, dass die identifizierten Themen weiterhin relevant sind und Änderungen in der Geschäftsumgebung berücksichtigt werden.
Eine gut durchgeführte Wesentlichkeitsanalyse stärkt nicht nur die Nachhaltigkeitsleistung des Unternehmens, sondern trägt auch dazu bei, die Erwartungen der Stakeholder besser zu verstehen und in die Entscheidungsfindung zu integrieren.
Natur-Tools
Hier findest du eine Liste, aller wichtigen Tools, die ich zur Integration der Natur verwende:
3. Management: Natur in Entscheide einbinden
Damit die Natur im Management berücksichtigt, unternehmensweit gesteuert und in Entscheide einfliessen kann, findest du hier folgende Infos:
Naturstrategie erarbeiten
Zur Entwicklung einer Naturstrategie gibt es umfassende Standards und Hilfen.
Der ISO 17298 Standard baut auf den TNFD-Standards auf.
In der Anleitung zeigt TNFD, wie man die Natur in Transitionsplänen berücksichtigt.

Die Now for Nature Kampange gibt das „Nature Strategy Handbook“ heraus, dass dir eine praktische Hilfe bei der Erstellung einer Naturstrategie ist, damit dein Unternehmen zur naturpositiven Wirtschaft beiträgt.
Natur ins Managementsystem integrieren
Um die Natur in ein integriertes Managementsystem einzufügen, eignet sich der etablierte Standard ISO 14001 Umweltmanagementsysteme. Ein solides Umweltmanagement ebnet den Weg, die Einflüsse auf die Natur zu steuern.
Klima- und Naturbezogene Risiken integrieren
Um die Natur in einem Unternehmen zu integrieren, muss nicht nur die Impact-Perspektive berücksichtigt werden, sondern auch die finanzielle Perspektive.
Bei den Natur-Tools finden sich kostenlose Tools, um für die wichtigsten Standorte und die Lieferkette die Naturrisiken abzuschätzen.
Mit dem CSR Risiko Checker können die Risiken von Import und ausländischen Produktionsstätten eruiert werden.
Welche Gesetze und Vorgaben muss ich berücksichtigen
Um eine Klima- oder Naturstrategie zu erstellen, ist es wichtig die regulatorischen Kontext zu verstehen und die Unternehmensziele daran auszurichten.

Das Globale Biodiversitätsabkommen von Kunming-Montreal (2022) legte die Grundlage für nationale Biodiversitätsstrategien. Darin vereinbarten die Nationen, den Naturverlust bis 2030 zu stoppen und bis 2050 naturpositiv zu werden.

Das Pariser Klimaabkommen (2015) legte das Ziel für die Schweiz fest, bis 2050 Netto-Null Emissionen zu erreichen. Das Pariser Abkommen ist durch das Klima- und Innovationsgesetz in die Schweizer Gesetze übernommen worden und für alle Unternehmen verpflichtend.
Wissenschafsbasierte Zielsetzung
Um eine Klima- oder Naturstrategie zu erstellen, ist die Zielsetzung zentral. Um diese Ziele glaubwürdig und wissenschaftskonform zu setzen, bieten zwei Initiativen kostenfreie Hilfen. Es besteht ebenso die Möglichkeit, diese Ziele validieren zu lassen.
Viele Unternehmen nutzen auch die Sustainable Development Goals (SDGs), um ihre Nachhaltigkeitsbestrebungen auszurichten. Obwohl diese nicht direkt für Unternehmen entwickelt wurden, können sie einen Beitrag zu deren Erreichung leisten.

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Über mich
Schon früh habe ich gemerkt, dass Natur nicht nur schön ist. Sie ist die Lebensgrundlage für unsere Wirtschaft und Gesellschaft.
Mit 10 Jahren begann ich zu imkern. Schnell wurde mir klar: Bienen produzieren nicht nur Honig. Sie leisten auch Bestäubungsarbeiten, die hohen wirtschaftlichen Wert für die Landwirtschaft schaffen. Diese Leistungen sind keine Selbstverständlichkeit – sie sind bedroht.
Natur ist Basis für unsere Wirtschaft und unseren Wohlstand. Dennoch wird Naturkapital in vielen Bilanzen nicht berücksichtigt.
Daher ist mein Ansatz die starke Nachhaltigkeit: Naturkapital ist nicht ersetzbar, sondern Grundlage. Es braucht keine Balance zwischen den Kapitalformen, sondern Fokus auf das Wesentliche.
Bei der Rhätischen Bahn hatte ich das Glück, die neuen Standards für Natur-Reporting (TNFD) praktisch anzuwenden, als eines der ersten Bahnunternehmen weltweit, das dieses Thema systematisch angegangen ist.
Diese Internetseite ist entstanden, um meine Erfahrungen mit anderen Nachhaltigkeitsexperten zu teilen. Und dabei zu helfen, Natur in Reporting, Kommunikation und schliesslich in Entscheidungsprozesse zu integrieren.
Damit Natur verständlich wird und für Europas Enkel erhalten bleibt.

























