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Wörterbuch Kommunikation
Wörterbuch Nachhaltigkeit

Wörterbuch Kommunikation

Assoziation: Eine Assoziation ist, wenn zwei Konzepte/Inhalte gedanklich miteinander verbunden werden. Wenn ein Wort oder ein Klang ein bestimmtes Gefühl, Ideen oder Erinnerungen wachruft. Die Assoziation geschieht sofort und unbewusst.

Ausdruck: Ein Ausdruck ist eine Wortfolge in beliebiger Länge. Teilweise wird auch das Wort «Phrase» als Synonym benutzt.

Begriff: Ein Begriff ist eine Denkeinheit. Ein Begriff kann in verschiedenen Wörtern ausgedrückt werden. Ein «Konzept» ist ein Synonym dazu.

Denotation: Die Denotation ist der Zusammenhang von einem sprachlichen Ausdruck und dem bezeichneten Ding in der Welt. Es ist die Bedeutung, die in Definitionen und Lexika beschrieben wird.

Diskurs: Der Begriff Diskurs wird auf unterschiedliche Weisen verstanden. In der Alltagssprache wird mit Diskurs oftmals die Diskussion über ein bestimmtes Thema gemeint. Nach Foucault ist die Definition etwas anders. Die Diskurse bestimmen, was Subjekte sagen und tun können und was unsagbar ist. Diskurse sind Äusserungssysteme, die definieren, was für wahr und legitim gehalten wird.

Frame: Ein Frame ist eine Struktur von Konzepten bzw. Wissen zu einem Gegenstand oder einer Situation (auch Scripts). Frames sind unsere organisierte und strukturierte Welterfahrung, unser Weltwissen. Ein Wort verweist auf einen Frame. Je nach Theorie wird das Wort „Frame“ unterschiedlich verwendet. Teilweise gibt es Synonyme wie Schema, Muster usw. die ähnlich zum Frame-Begriff sind.

Framing: Unter Framing versteht man den Prozess, wenn ein Frame angewendet wird. Er kann sowohl bewusst also auch unbewusst sein.

Kategorisierung: Der Mensch versucht, neue Erfahrungen aus der Umwelt in seine bestehenden Kategorien einzuordnen. Durch Kategorien kann der Mensch der Umwelt einen Sinn verleihen. Kategorien haben dabei keine klaren Grenzen, sondern organisieren sich radial um sogenannte Prototypen. Prototypen sind besonders typische Vertreter einer Kategorie.

Kognition: Kognition ist „die Menge aller Strukturen und Prozesse menschlichen Wissens“. (Schwarz, Monika: Einführung in die Kognitive Linguistik, Tübingen 1992)

Konnotation: Die Konnotation ist die assoziative, emotionale Nebenbedeutung eines Wortes. Es ist der Beigeschmack, der ein Wort mit sich bringen kann. Oft entsteht dieser durch die Verwendung in einem bestimmten Kontext. Die Konnotation ist unterschieden von der reinen Wortbedeutung (Denotation), die man zum Beispiel in Definitionen oder in Wörterbüchern finden kann.

Konzept: Ein Konzept ist eine gedankliche Einheit. Konzepte werden durch die Kategorisierung von Lebenserfahrung in unserem Gehirn aufgebaut. Konzepte können durch Wörter versprachlicht werden und dann von Wörtern aktiviert werden.  

Linguistik: Die Linguistik ist die Wissenschaft, die sich mit der Sprache beschäftigt. Sprachwissenschaft ist ein Synonym. Sie beschäftigst sich allgemein mit dem Sprachsystem und nicht nur mit einer spezifischen Sprache wie zum Beispiel die Germanistik, Romanistik, Slavistik usw.

Metapher: Metapher kommt vom griechischen „metaphoroi“ (Metà = über; phèrein = tragen), was auf Deutsch so viel heißt wie „wo anders hintragen.“ Eine Metapher ist eine Übertragung von einem physischen Objekt, einer Erfahrung oder vom eigenen Körper auf eine unsichtbare Tatsache. Auf diese Weise können wir uns Dinge, die wir nicht greifen können, begreiflich machen. Durch Metaphern können wir uns komplexe Sachverhalte vereinfachen, die wir ohnedem nicht erfassen können, da sie die Kapazitäten des Gehirns sprengen würden. Damit die Übertragung funktioniert, braucht es eine Ähnlichkeit (Similarität) von Herkunftsdomäne und Zieldomäne. Aber auch eine Abgrenzung der beiden Domänen, sonst wäre es eine Metonymie. Eine Metapher ist eine Übertragung zwischen zwei Frames.

Metonymie: Metonymià bedeutet auf gr. Namensvertauschung/Umbenennung. Es findet keine Übertragung zwischen zwei Domänen wie bei der Metapher statt, weil die Metonymie innerhalb derselben Domäne ist. Eine Metonymie hat eine Beziehung der Nachbarschaft (Kontiguität) und nicht nur blosse Ähnlichkeit wie bei der Metapher. Eine Metonymie ist eine Übertragung innerhalb eines Frames.

Metasprache: Immer wenn wir über die Sprache selber reden. Die Metasprache ist gewissermassen die Sprache über die Sprache.

Pejoration: Die Pejoration ist die Verschlechterung des Beiklangs eines Wortes.

Polysemie: Ein Polysem ist ein mehrdeutiges (ambiges) Zeichen.

Referenz: Die Referenz ist der konkrete Bezug auf eine Person/Objekt aus der Extensionsmenge, die durch das Wort bezeichnet wird.

Semantik: Unter Semantik versteht man in der Linguistik die Bedeutung der Wörter. Die Semantik erforscht die Bedeutung der Wörter und den Bedeutungswandel.

Synonym: Als Synonymie bezeichnet man, wenn zwei unterschiedliche Wörter auf denselben Begriff verweisen.

Syntax: Syntax ist die Lehre vom Satzbau.

Weltbild und Ideologie: Ein Weltbild oder eine Ideologie ist ein festes System von Konzepten, die den Konzepten einen Stellenwert im System gibt. Jede Ideologie wird durch bestimmte Wörter versprachlicht, und kann durch die Wörter transportiert und aktiviert werden.

Wort und Begriff: Begriffe sind Denkeinheiten, wohingegen Wörter sprachliche Einheiten sind. Ein Begriff (Denkeinheit) kann mit verschiedenen Wörtern (Spracheinheiten) ausgedrückt werden.

Wort, Worte und Wörter: Ein Wort ist eine selbständige sprachliche Einheit. Der Plural ist Wörter. Worte wird meistens für zusammenhängende Sprüche (Phrasen) verwendet.


Wörterbuch Nachhaltigkeit

Biodiversität: Biodiversität bezieht sich auf die Vielfalt des Lebens auf der Erde, einschliesslich der Vielfalt der Arten, ihrer genetischen Vielfalt und der Vielfalt der Lebensräume. Nachhaltigkeitskommunikation kann sich darauf konzentrieren, wie Unternehmen den Schutz der Biodiversität unterstützen.

Biokapazität: Die biologische Kapazität, wieviel ein Ökosystem für den Menschen produzieren kann und den Abfall absorbieren kann.

Carbon Disclosure Project (CDP): Das Carbon Disclosure Project ist eine gemeinnützige Organisation, die Unternehmen und Regierungen dabei unterstützt, ihre Umweltauswirkungen zu messen, zu offenbaren und zu mindern. Unternehmen berichten ihre CO2-Emissionen und andere umweltrelevante Daten über das CDP.

CO2-Äquivalente: CO2-Äquivalente sind eine Masseinheit, die verwendet wird, um verschiedene Treibhausgase in Bezug auf ihre Auswirkungen auf den Treibhauseffekt zu vergleichen. Sie werden oft verwendet, um die Gesamtemissionen verschiedener Gase in eine einzige Einheit, CO2-Äquivalente, umzuwandeln.

CO2-Fussabdruck: Der CO2-Fussabdruck ist die Gesamtmenge an CO2-Emissionen, die direkt oder indirekt durch menschliche Aktivitäten verursacht werden, oft ausgedrückt in Äquivalenten von Kohlendioxid. Unternehmen können ihren CO2-Fussabdruck berechnen und kommunizieren, um ihre Bemühungen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen zu verdeutlichen.

CO2-neutral: CO2-neutral bedeutet, dass eine Aktivität, ein Prozess oder ein Unternehmen keine Netto-CO2-Emissionen in die Atmosphäre freisetzt. Dies wird oft durch die Reduzierung von CO2-Emissionen und die Kompensation von verbleibenden Emissionen durch verschiedene Massnahmen erreicht.

Corporate Social Responsibility (CSR): CSR bezieht sich auf die freiwilligen Aktivitäten von Unternehmen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen und darauf abzielen, einen positiven Beitrag zur Gesellschaft und Umwelt zu leisten.

Earth Overshoot Day: Der Earth Overshoot Day ist der Tag im Jahr, an dem die menschliche Nachfrage nach natürlichen Ressourcen die Kapazität der Erde übersteigt, diese Ressourcen zu regenerieren.

Erneuerbare Energien: Erneuerbare Energien sind Energiequellen, die sich innerhalb menschlicher Zeiträume wieder auffüllen können, wie Sonnenenergie, Windenergie, Wasserkraft und Geothermie. Unternehmen können ihre Nutzung erneuerbarer Energien betonen, um ihre Umweltauswirkungen zu verringern.

ESG: ESG steht für Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Governance (Governance). ESG-Kriterien werden von Investoren verwendet, um Unternehmen hinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen, sozialen Verantwortung und Governance-Praktiken zu bewerten.

Greenwashing: Greenwashing bezeichnet die irreführende oder falsche Darstellung von umweltfreundlichen Praktiken, Produkten oder Dienstleistungen, um den Eindruck zu erwecken, dass ein Unternehmen nachhaltiger ist, als es tatsächlich ist. Nachhaltigkeitskommunikation sollte frei von Greenwashing sein und authentische Informationen liefern.

ISO 14001: ISO 14001 ist eine internationale Norm für Umweltmanagementsysteme. Sie hilft Unternehmen, umweltfreundliche Praktiken zu implementieren und ihre Umweltauswirkungen zu überwachen und zu verbessern.

Klimaneutralität: Klimaneutralität bedeutet, dass die Gesamtmenge an Treibhausgasemissionen, die durch eine Aktivität verursacht wird, durch Massnahmen wie CO2-Kompensation oder Reduktionsprojekte ausgeglichen wird. Unternehmen können sich darauf konzentrieren, klimaneutral zu werden und dies in ihrer Kommunikation hervorheben.

Klimapositiv: Klimapositiv bedeutet, dass eine Aktivität oder ein Unternehmen mehr positive Auswirkungen auf das Klima hat, als es negative Auswirkungen verursacht.

Klimaresilienz: Klimaresilienz bezieht sich auf die Fähigkeit von Gesellschaften, Ökosystemen und Wirtschaftssystemen, sich an die veränderten Klimabedingungen anzupassen und sich vor klimabedingten Risiken zu schützen.

Klimawandel: Der Klimawandel bezieht sich auf langfristige Veränderungen in den Durchschnittswettermustern auf der Erde. Das Klima ist das Durchschnittswetter an einem Ort innerhalb von 30 Jahren.

Kreislaufwirtschaft: Die Kreislaufwirtschaft bezieht sich auf ein Wirtschaftssystem, in dem Ressourcen maximiert und Abfall minimiert wird, indem Produkte, Materialien und Ressourcen wiederverwendet, recycelt und regeneriert werden. Unternehmen können ihre Bemühungen im Bereich der Kreislaufwirtschaft kommunizieren, um ihre Nachhaltigkeitsanstrengungen zu betonen.

Nachhaltigkeit: Nachhaltigkeit bezieht sich auf die Fähigkeit, die Bedürfnisse der heutigen Generation zu befriedigen, ohne die Fähigkeit zukünftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Im Kontext der Kommunikation bedeutet dies, Informationen und Botschaften zu teilen, die das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln fördern.

Nachhaltigkeitsberichterstattung: Nachhaltigkeitsberichterstattung bezieht sich auf den Prozess, bei dem Unternehmen ihre ökologischen, sozialen und verwaltungsbezogenen Leistungen und Auswirkungen offenlegen.

Nachhaltigkeitskommunikation: Nachhaltigkeitskommunikation bezieht sich auf die gezielte Verbreitung von Informationen und Botschaften, die das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln fördern und das Engagement eines Unternehmens für Nachhaltigkeit transparent machen.

Negative Emissionen: Negative Emissionen beziehen sich auf Technologien oder Praktiken, die mehr Treibhausgase aus der Atmosphäre entfernen, als sie emittieren. Dies ist entscheidend, um das Ziel der Netto-Null-Emissionen zu erreichen.

Netto-Null: Netto-Null bezieht sich auf den Zustand, in dem die von einer Aktivität oder einem Unternehmen emittierten Treibhausgase durch Massnahmen wie Kompensation oder Entfernungstechnologien ausgeglichen werden, so dass keine Netto-Emissionen verbleiben.

Non-Financial Reports (NFR): Non-Financial Reports (NFR) sind Berichte von Unternehmen über ihre nicht-finanziellen Leistungen, die Umwelt-, soziale und governance-bezogene Aspekte umfassen. Diese Berichte bieten Stakeholdern, wie Investoren und der breiten Öffentlichkeit, Einblicke in die Nachhaltigkeitsbemühungen eines Unternehmens, die über finanzielle Kennzahlen hinausgehen.

Ökologischer Fussabdruck: Der ökologische Fussabdruck misst die Menge an biologisch produktiver Land- und Meeresfläche, die benötigt wird, um die Ressourcen zu produzieren, die eine Person, Gemeinschaft oder Organisation konsumiert, sowie die Fläche, die benötigt wird, um den generierten Abfall aufzunehmen.

Ökosystem: Ein Ökosystem ist eine Gemeinschaft von lebenden Organismen in Kombination mit ihrer physischen Umgebung. Es umfasst Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen, Boden, Wasser und Luft. Unternehmen können sich darauf konzentrieren, wie sie in ihren Aktivitäten die Integrität von Ökosystemen bewahren.

Planetary Boundaries: Planetary Boundaries (Planetares Grenzen) bezieht sich auf die ökologischen Grenzen oder Schwellenwerte, die die Belastung und die Veränderungen des globalen Ökosystems begrenzen können, ohne die Stabilität und Funktionsfähigkeit der Erde als Lebensraum für Menschen und andere Arten zu gefährden. Diese Grenzen wurden von Wissenschaftlern identifiziert und umfassen Bereiche wie Klimawandel, Biodiversität, Ozeanversauerung, Landnutzung, Süsswasserverfügbarkeit und chemische Belastung. Das Überschreiten dieser Grenzen könnte schwerwiegende und irreversible Folgen für den Planeten haben.

Ressourceneffizienz: Ressourceneffizienz bezieht sich auf die maximale Nutzung von Ressourcen bei minimaler Verschwendung. Unternehmen können sich darauf konzentrieren, ihre Prozesse und Produkte ressourceneffizient zu gestalten und dies in ihrer Kommunikation betonen.

Science Based Targets: Science Based Targets sind spezifische Emissionsreduktionsziele, die von Unternehmen festgelegt werden und wissenschaftlich begründet sind, um das globale Ziel des Klimaschutzes zu unterstützen. Internet: https://sciencebasedtargets.org/

Stakeholder: Stakeholder sind Personen oder Gruppen, die ein Interesse an den Aktivitäten und dem Erfolg eines Unternehmens haben. In der Nachhaltigkeitskommunikation ist es wichtig, die Bedürfnisse und Erwartungen der Stakeholder zu verstehen und zu berücksichtigen.

Sustainable Development Goals (SDGs): Die SDGs sind 17 globale Ziele der Vereinten Nationen, die bis 2030 erreicht werden sollen, um eine nachhaltige Entwicklung weltweit zu fördern. Unternehmen können sich auf ihre Bemühungen zur Unterstützung dieser Ziele konzentrieren.

Transparenz: Transparenz bezieht sich auf Offenheit und Ehrlichkeit in der Kommunikation. Unternehmen sollten transparent sein, wenn es um ihre Nachhaltigkeitsbemühungen, um das Vertrauen der Stakeholder zu gewinnen.

Treibhauseffekt: Der Treibhauseffekt ist ein natürlicher Prozess, bei dem Gase in der Atmosphäre Strahlung absorbieren und so zur Erwärmung der Erdoberfläche beitragen.

Triple-Bottom-Line: Die Triple-Bottom-Line bezieht sich auf die gleichzeitige Berücksichtigung von ökonomischen, sozialen und ökologischen Auswirkungen in der Geschäftspraxis. Unternehmen, die die Triple-Bottom-Line-Prinzipien anwenden, streben nicht nur nach finanziellen Gewinnen, sondern auch nach sozialem Wohlstand und Umweltschutz.

Wesentlichkeitsanalyse: Die Wesentlichkeitsanalyse ist ein Prozess, bei dem Unternehmen identifizieren, welche ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekte für ihre Stakeholder und ihre Geschäftstätigkeit am wichtigsten sind. Dies hilft Unternehmen, ihre Nachhaltigkeitsstrategien zu entwickeln und zu priorisieren.